In der Mitte Deutschlands, zwischen den Flüssen Leine und Saale erhebt sich der Harz. Dieses sagen- und mythenumwobene Mittelgebirge, welches auch in der deutschen Dichtung seine Erwähnung findet, blickt auf eine ereignisreiche Geschichte zurück. Die in den zahlreichen Schlössern, Burgen und Burgruinen, sowie Pfalzen ihre Stein gewordene Manifestation findet.
Diesen oft gigantischen Bauwerken soll sich diese Seite widmen.

Schon die im Harz ansässigen Germanenstämme versuchten sich durch primitive Wallanlagen gegen Feinde zu schützen. Die Einrichtung von Pfalzen durch die ersten deutschen Könige und Kaiser in Quedlinburg, Tilleda und Goslar führte zum Bau von Burgen, die zum Schutz der Pfalzen dienen sollten. Ab dem 10. Jahrhundert begann eine rege Burgenbautätigkeit im Harz. Die an strategisch günstigen Stellen errichteten Bauwerke dienten meist zum Schutz von wichtigen Handelswegen oder als Wohnburgen, der im Harz ansässigen Adelsgeschlechter, wie der Askanier. Viele Persönlichkeiten des Mittelalters hatten ihren Wohnsitz oder besuchten Burgen im Harz, die deutschen Kaiser und Könige Heinrich I., Otto I., Otto II., Otto III., Otto IV., Heinrich II., Heinrich III., Heinrich IV., Friedrich I. Barbarossa, Papst Viktor II., die Herzöge Heinrich der Löwe und Albrecht der Bär, der Autor des bedeutendsten deutschsprachigen Rechtswerkes des Mittelalters, des Sachsenspiegels, Eike von Rebkow.

Im Laufe der Geschichte und einer Vielzahl blutiger Auseinandersetzungen wechselten viele Burgen ihren Besitzer, wurden zerstört, wiederaufgebaut oder wurden verlassen von den Bauern der Umgebung als Steinbruch genutzt.
Im Zuge des Niedergangs des Rittertums verkamen viele der einstigen Schutzburgen zu Raubritternestern, die oft von Aufgeboten der Städte und des Reiches erstürmt, geschleift und die Bewohner unter blutigen Martern hingerichtet wurden.
In den Wirren des dreißigjährigen Krieges zerstörten durchziehende Heerhaufen die letzten wehrhaften Burgbauten im Harz. Einige, wie der Regenstein oder Burg Scharzfels wurden ab dem 17. Jahrhundert in Festungen umgewandelt, andere zu Jagdschlössern wie der Falkenstein oder zu Wohnschlössern wie in Wernigerode oder Ballenstedt.
Der Mode der damaligen Zeit entsprechend errichteten sich einige Adelshäuser in mitten von idyllischen Parks neue, prunkvolle Schlösser, wie z. Bsp. in Blankenburg.
Den letzten schlossähnlichen Bau mit Parkanlage, die Roseburg, errichtete sich zwischen 1905 und 1925 der Berliner Architekt Bernhard Sehring in der Nähe von Ballenstedt auf den Grundmauern einer alten Burg.
1945, als das dritte Reich in seinen letzten Zügen lag, erinnerte sich der damalige Führer des deutschen Reiches Adolf Hitler an den einstigen Burgenreichtum des Harzes und erklärte ihn kurzerhand zur Festung, um noch kurz vor seinem Ende tausende Soldaten in einen sinnlosen Tod zu jagen. Diese kurze, tragische Episode bildet den Schlusspunkt hinter der abenteuerlichen, aber auch blutigen Geschichte des Harzes und seiner Burgen.


Burgen und Schlösser des Harzer Landes